Ende
Als der Wetterprophet zu Boden geht, verstummt der Sturm.
Nicht langsam. Nicht allmählich.
Er ist einfach fort.
Der letzte Blitz erstarrt für einen Herzschlag wie eine weiße Narbe am Himmel – dann zerreißt der Körper des Propheten. Kein Blut, keine Asche. Nur Eis, schwarzer Staub und ein tiefes, dumpfes Dröhnen, das ihr nicht mit den Ohren hört, sondern in euren Knochen spürt.
Für einen Moment scheint die Welt den Atem anzuhalten.
Dann kippt der Himmel.
Die Wände von Helios-7 ziehen sich auseinander, als wären sie nur Spiegelbilder auf dunklem Wasser. Der Boden unter euren Füßen verliert seine Schwere. Schnee, Stein und Trümmer steigen lautlos nach oben und verschwinden in einer Schwärze, in der keine Wolken mehr ziehen.
Und plötzlich steht ihr wieder.
Doch Helios-7 ist fort.
Über euch liegt ein Himmel, der keiner mehr ist. Keine Sonne. Kein Mond. Keine Sterne. Nur eine endlose, fahle Dunkelheit, durchzogen von gewaltigen grauen Schlieren, die sich bewegen wie die letzten Atemzüge eines sterbenden Ungeheuers.
In der Ferne schweben schwarze Inseln im Nichts. Zerbrochene Türme hängen kopfüber über bodenlosen Abgründen. Ruinen treiben lautlos durch die Leere, manche so weit entfernt, dass sie nur wie Schatten wirken – andere viel zu nah.
Kein Wind berührt eure Haut.
Trotzdem ist euch kalt.
Dann hört ihr etwas.
Ganz weit draußen in der Dunkelheit.
Ein langsames, tiefes Geräusch.
Wie ein Herzschlag.
Einmal.
Dann wieder.
