Anflug
Je näher ihr Helios-7 kommt, desto stärker beginnt die Wolkenspinnerin im Wind zu arbeiten. Schnee peitscht in dichten weißen Schleiern über die fliegende Insel und verschluckt immer wieder ganze Teile des Außenpostens. Für wenige Herzschläge erkennt ihr nur Fels und Eis – dann reißt der Sturm auf, und zwischen den Böen tauchen die dunklen Umrisse der Station vor euch auf.
Mehrere Gebäude sind schwer beschädigt. Dächer wurden aufgerissen, Mauern sind eingestürzt, Fensterhöhlen stehen schwarz und leer im Schnee. Ein alter Versorgungskran hängt schief über dem Rand der Insel, seine vereiste Kette schlägt im Sturm gegen den Mast. Überall liegen Trümmer, halb unter Schnee begraben, und zwischen ihnen verlaufen Spuren, die der Wind fast vollständig ausgelöscht hat.
Als ihr tiefer geht, scheint sich für einen Moment etwas zwischen den Gebäuden zu bewegen.
Nur ein Schatten.
Dann noch einer.
Zu groß für herumfliegende Trümmer und zu schnell, um ihn wirklich zu erkennen. Eine Gestalt huscht hinter einer eingestürzten Mauer vorbei, während hoch oben auf einem beschädigten Dach etwas Dunkles regungslos im Schneesturm steht.
Beim nächsten Windstoß ist dort nichts mehr.
Vor euch liegt Helios-7.
Still, eingefroren – und ganz offensichtlich nicht verlassen.
